Für Interessierte

Ich will Bauer/Bäuerin, Gärtner/Gärtnerin sein.

Überall auf der Welt muss ich ein Samenkorn in die Erde legen, um später etwas ernten zu können. Eine Ernte, die mich und alle ernährt. Das kann ich tun, hier in diesem Land. Unsere Äcker bearbeiten, auf ihnen Früchte anbauen, sie ernten. Wir nehmen!

  • Doch was können wir geben? Was kann ich für die Fruchtbarkeit unserer Böden, für den Humus tun?
  • Was kann ich diesem Stück Land geben, dass mich ernährt?
  • Wie kann ich dieses Stück Land gestalten, zur Wohltat von Pflanze, Tier und Mensch?

Das sind Fragen und viele, viele mehr, die mir begegnen auf dem Wege Landwirt/in oder Gärtner/in im biologisch-dynamischem Landbau zu werden. Und ich kann sagen: daran zu arbeiten, dass macht Sinn für mich und die Welt. Und weiter kann ich sagen, dass macht Freude im Freien zu sein, ausgesetzt der Sonne, dem Regen, dem Wind und gemeinsam zu schaffen, Arbeit bewältigen, Ziele erreichen.

Und immer wieder Grenzen zu überwinden, im täglichen Tun und im täglichen Umgang miteinander. Ich will ein Lernender sein. Habe ich auch Kompetenzen erworben und Erfolg, so steht doch der Landwirt und Gärtner immer wieder vor neuen Fragen, denn jedes Jahr ist anders und die Natur ist so lebendig, dass die Arbeit in und mit ihr ständig ein sehr hohes Maß an Beweglichkeit erfordert. Ich will mich auf den Weg machen, mich diesen Aufgaben stellen und wachsen.

Nach Bestehen der staatlichen Prüfung heißt die Qualifikation: staatlich geprüfter „Landwirtschaftlicher Gehilfe“ oder staatlich geprüfter „Gärtnergehilfe“ (= Geselle im Handwerk). Mit dieser Qualifikation ist die Fortbildung zum Landwirtschafts- oder Gärtnermeister möglich.

Die Ausbildung für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise

Um an der biologisch-dynamischen Ausbildung teilnehmen zu können, sollte man volljährig sein (Ausnahmen möglich). Wir arbeiten mit dem sog. Dualen System, bei dem 80% der Ausbildung auf den Betrieben stattfindet und 20% in den eingegliederten Seminaren.

Die Lehre erstreckt sich über 3 Jahre und wird auf mindestens zwei verschiedenen Höfen absolviert. Die Gemeinschaft der Lehrlinge eines Lehrjahres wird durch die drei Jahre von zwei Seminarleitern/innen geführt und trifft sich einmal im Monat auf einem Hof, meistens für vier bis fünf Tage und lernt dort gemeinsam. Hier geht es darum, möglichst praxisnah an den verschiedenen Themen des jeweiligen Betriebes teilzuhaben und davon zu lernen. Ebenfalls wird theoretisches Grund- und Fachwissen vermittelt, wobei der natur- und geisteswissenschaftliche Hintergrund einbezogen wird.

Die Vermittlung erfolgt durch praktisch tätige Landwirte und externe Fachkräfte. Darüber hinaus werden innerhalb eines Lehrjahres gemeinsame Veranstaltungen (Abschlussfeier, Novembertagung) selbstständig organisiert und künstlerisch gestaltet.

Nach zwei Jahren findet eine Zwischenprüfung statt, die dem Lernenden den Stand seines Wissens und Könnens vermittelt. In dieser Zeit hat der Lehrling ein Tagebuch geführt, ein Herbarium angelegt und Monatsberichte geschrieben, die zur Zwischenprüfung vorgelegt werden.

Im dritten Lehrjahr wählen sich die Lehrlinge ein ihrem Interessengebiet passendes Thema und erstellen eine  umfassendere Abschlussarbeit (die sog. Jahresarbeit).

Ausführliches finden Sie unter den Informationen für Auszubildende.

In der Regel übernimmt der Ausbildungsbetrieb des jeweiligen Auszubildenden Kost, Logis, Kranken-, Renten-, Pflegeversicherung sowie ein „Taschengeld“. Der Bruttolohn beträgt zwischen 665 bis 765 € pro Monat. Der Ausbildungsbetrieb erstattet einen Fahrtkostenanteil von 25 € zu dem jeweiligen Seminarort.

Seit 2017 erhebt die Bäuerliche Gesellschaft 150 € als einmalige Anmeldegebühr. Die Anmeldegebühr ist vom betreffenden Lehrling auf das unten aufgeführte Konto der Bäuerlichen Bildung und Kultur gGmbH zu entrichten. Als Verwendungszweck ist Anmeldegebühr und der Name des Auszubildenden zu nennen.

Der Auszubildende ist über die Teilnahme an der biologisch-dynamischen Ausbildung innerhalb der Bäuerlichen Gesellschaft und über die Anstellung in seinem Ausbildungsbetrieb in die angebotenen Seminare eingebunden. Die angebotenen Seminare werden z. Z. durch das Land Niedersachsen gefördert. Durch Spenden kann die Durchführung und Weiterentwicklung der Freien Ausbildung im Norden unterstützt werden.

Wenn Sie spenden möchten, bitte unter:
Bäuerliche Bildung und Kultur gGmbH: Sparkasse Lüneburg
IBAN: DE14 2405 0110 0065 1538 76
BIC: NOLADE21LBG
Stichwort: Biologisch-dynamische Ausbildung im Norden