Für Auszubildende

Zurzeit Arbeiten wir an einer Jahresübersicht der Seminare für die drei Lehrjahre. Genaue Informationen zum Inhalt und Ablauf des Seminarbetriebes bekommt Ihr bei euren Seminarleitungen.

Wichtige Informationen für die Prüfungen, die Handhabung der Checkliste und Bearbeitung des Berichtsheftes findet ihr in unseren Leitfäden. Zudem gibt es spannende Bildungsmaterialien, die ihr hier für das Selbststudium herunterladen könnt.

Bei Fragen zum Umgang mit Verträgen und Rückmeldungen rund um die Ausbildung wendet euch gerne an die Geschäftsstelle.

Wenn es Themen auf euren Ausbildungsbetrieben gibt, bei denen ihr Unterstützung braucht, wendet euch an die Seminarleitung, die Ausbildungsberatung oder auch in der Geschäftsstelle.

Die Inhalte sollen sowohl in den Betrieben wie auch im Seminar vermittelt werden. Landwirtschaftliche und Gärtnerische Inhalte sind in einigen Punkten besonders benannt und müssen je nach Schwerpunkt des Lehrlinges/Lehrjahres vermittelt werden. Die einzelnen Module können je nach Lernsituation in ihrer zeitlichen Reihenfolge variieren. Die Inhalte die im ersten und zweiten Lehrjahr vermittelt werden, werden gegen Ende der Ausbildung vertieft und spezialisiert.

Erarbeitung der Grundlagen

Hoforganismus

  • Der geschlossene Betriebskreislauf.
  • Der Mensch.
  • Die Jahresfeste

Ernährung

  • Die verschiedenen Qualitäten von Blatt, Wurzel, Blüten und Frucht in Bezug auf den Menschen.

Berufsbild

  • Gartenbau und Landwirtschaft in der Geschichte.
  • Landwirtschaft, Handwerk und Industrie im Spannungsfeld unserer Gesellschaft.
  • Arbeitsschutz: Gefahren erkennen, Schutzvorrichtungen, Berufsgenossenschaft
  • Mensch und Arbeit: Arbeitsorganisation, Verhinderung von Überforderung Kommunikation und Methoden zum Erlangen sozialer Kompetenz

Präparate

  • Herstellung und Anwendung, Bedeutung für den Hoforganismus
  • Hintergründe zum Verständnis

Pflanzenkunde/Botanik

  • Systematik: Pflanzenfamilien, Pflanzenarten, Ordnung im Pflanzenreich
  • Goetheanistische Sicht auf die Pflanze
  • Physiologie: Pflanzenaufbau, Zelle (Aufbau und Funktion),
  • Mitose und Meiose, vegetative Vermehrung

Tierkunde

  • Systematik: Tierfamilien, Tierarten, Ordnung im Tierreich
  • Physiologie: Aufbau des Organismus (Warmblüter), Zelle, Vermehrung

Technik (Gartenbau)

  • Geräte und Maschinen im Gemüsebau: Bodenbearbeitungs-, Sä-, Hack-; und Erntemaschinen für den Gemüsebau
  • Beregnungstechnik: Verschiedene Beregnungsverfahren. Problematik der Beregnung
  • Gewächshaustechnik: Lüftung, Heizung, Bewässerung, Klimaregelung
  • Lagertechnik: Lagermöglichkeiten und Lagerbedingungen kennenlernen

Technik (Landwirtschaft)

  • Geräte und Maschinen in der Landwirtschaft: Bodenbearbeitung, Futterwerbung, Drillmaschinen etc.
  • Melkanlagen

Evolution und Vererbungslehre

  • Darwin,
  • Mendel
  • Steiner

Bodenkunde

  • Bodenentstehung, Verwitterungsprozesse: Mechanische, physikalische und chemische Verwitterung. Vom Felsen über Gesteine zum Boden, zur Wüste, Bodenbildungskräfte
  • Bodenarten: Gley, Pseudogley, Parabraunerden, Podsol und Schwarzerden
  • Bodenaufbau: Ton, Schluff, Sand und Humus, und ihr Koloidaufbau, Nährstoffhaltekräfte, Wasserkapazität, Fingerprobe und Bodenzusammenhang

Künstlerisches Arbeiten

Literaturarbeit zum Thema Anthroposophie

Herbarium anlegen

  • Kenntnisse der wichtigsten Nutzpflanzen und Beikräuter.

Landtechnikkurs

Ernährungslehre

  • konventionell und anthroposophisch

Erarbeitung der Grundlagen

Bodenbearbeitung

  • 1. landwirtschaftlich
  • 2. gärtnerisch
  • Verschiedene Techniken erklären

Nutzpflanzen

  • Getreide: Anbau, Düngung, Ernte, Lagerung
  • Futterbau: Anbau, Düngung, Ernte, Heu und Silage
  • Feldgemüse, Feingemüse, Kräuter: Anbau, Düngung, Ernte Lagerung

Pflanzenschutz

  • Diagnose (Bestimmen von Mangelerscheinungen, Krankheiten, Schädlinge)
  • Maßnahmen (Nützlinge, Pflanzeninteraktionen, Schutznetze,Stärkungsmittel…)

Nutztiere

  • Rinder: Milchvieh, Mutterkühe, Ammenkühe, Bullen, Färsen, Futterrationen berechnen
  • Schweine: Ferkelerzeugung, Mast, Futterrationen berechnen
  • Hühner: Eierproduktion, Hähnchenmast, Futterrationen berechnen
  • Bienen: Bedeutung, Lebensweise
  • Umgang mit Tieren/ Tierverhalten

Kultur- und Arbeitsverfahren im Gemüsebau

  • Kulturführung der gängigen Gemüse
  • Anzucht und Klimaführung im Gewächshaus. Kulturverfahren und Arbeitsabläufe im Freiland
  • Betriebshilfsmittel: Folien, Vliese, Netze
  • Organisation und Planungen von Betriebsstruktur
  • Betriebsinterne Verkehrsdynamik. Einrichten von Arbeitsabläufen.
  • Jahresgestaltung: Anbauplanung mit Blick auf kontinuierliche Vermarktung und Arbeitsspitzen

Kultur und Arbeitsverfahren im Obstbau

  • Kulturführung von Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Heidelbeeren etc.
  • Pflege der Kulturen
  • Schädlingsbekämpfung
  • Ernte und Lagerung
  • Vermarktung

Phytopathologie

  • Krankheiten der Nutzpflanzen vorbeugen, erkennen, bekämpfen
  • Selbstverträglichkeit der Nutzpflanzen

Zoopathologie

  • Krankheiten bei den verschiedenen Tieren vorbeugen, erkennen, heilen
  • Allopathie oder Homöopathie?

Düngung

  • Betrachtung und Vergleich verschiedener organischer Dünger
  • Mist, Kompost, Gülle, Jauche
  • Nährstoffdüngung: Kalium, Phosphor, Schwefel etc.
  • Wachstumsfaktoren: konventionelle und bio-dyn. Sichtweise
  • Bedeutung des Stickstoffs
  • Gründüngung, Zwischenfrüchte

Nährstoffbedarf einzelner Kulturen

  • Bodenproben, Nährstoffgehalte

Fruchtfolge

  • Verstehen und Erstellen von Fruchtfolgen
  • Bedeutung der Vorfrucht

Präparate

  • herstellen und anwenden

Rinderhaltungskurs/Milchviehkurs

Vertiefung

und Abschluss

Landtechnik

  • Landwirtschaftlich und gärtnerisch

Entwässerung (verschiedene Arten der Drainage) und Bewässerung

  • Bedeutung und Technik

Ökonomische Prozesse in der Landwirtschaft

  • Betriebswirtschaft, Buchführung, EU-Zuschüsse, Cross Compliance

Recht

  • Arbeitsrecht, Jugendschutzgesetz, Tarifrecht…
  • Gesellschaftsrecht (GbR, GmbH, Genossenschaft, OHG)EG- und Subventionsrecht
  • Versicherungen: Sozial- und Haftpflichtversicherungen

Konventionelle und ökologische Landwirtschaft

  • Wo liegen die wichtigsten Unterschiede?

Finden des Themas der Jahresarbeit

Abschluss:

  • Wiederholung des Gelernten und Vorbereitung auf die Prüfung

Jahresarbeit

Landwirtschaftliche Ethik

Globalisierung/ EU- Recht.

Individuelle Förderung Einzelner

In der Prüfungsordnung sind alle Informationen zu den Prüfungen während der Ausbildung zusammengefasst. Neben der Prüfungsordnung gibt es eine Reihe von Leitfäden zu den einzelnen Prüfungen. Generell gilt, solltet ihr Fragen haben, wendet euch als erstes an eure Seminarleitung.

Zum Ende des ersten Lehrjahres findet eine Zwischenprüfung statt, in der die Auszubildenden eine Rückmeldung zu ihrem jeweiligen Lernstand bekommen. Diese Prüfung wird in Kleingruppen durchgeführt.

Im zweiten Lehrjahr findet eine Fachprüfung statt, die den Lernenden den Stand ihres Wissens und Könnens vermittelt. Zur Fachprüfung muss die gesamte Dokumentation vorgelegt werden. Sie besteht aus Tages – und Wochenberichten, Wochenplanungsberichten, Erfahrungsberichten, einem Herbarium und Betriebsspiegeln, sowie Protokollen der Entwicklungsgespräche. Zusätzlich bekommen die Auszubildenden durch die Prüfer:innen eine Rückmeldung zu ihrem jeweiligen Ausbildungsstand und ggf. Empfehlungen in welchen Bereichen noch eine erhöhte Aufmerksamkeit gelegt werden sollte. Dies kann auch Empfehlungen für Betriebswechsel beinhalten.

Im dritten Lehrjahr wählen sich die Auszubildenden betrieblich relevates Thema und erstellen eine  umfassendere Abschlussarbeit (die sog. Jahresarbeit). Diese wird meist praktisch und theoretisch erarbeitet. Die Präsentation dieser Arbeit sowie eine praktische Abschlussprüfung bilden den Abschluss der Ausbildung

Während eurer Ausbildungszeit müsst ihr mindestens einmal euren Betrieb wechseln. Wichtig dabei ist, dass ihr bedenkt, dass ihr mindestens zwei Jahre eurer Ausbildung in biodynamisch wirtschaftenden Betrieben absolviert, ein jahr könnt ihr auch auf einem anderen zertifzierten Bio-Betreib und/oder SoLaWi-Betrieb verbringen.

Wenn ihr eure Ausbildung auf einem noch nicht anerkannten Betrieb weiterführen möchtet, müsst ihr eine Hofanerkennung beantragen. Bitte plant dafür mindestens sechs Wochen ein. Folgende Schritte müst ihr dafür gehen:

  1. Sprecht mit eurer Seminarleitung über euren Wunsch und klärt, warum ihr geade auf diesem Betrieb wollt, was könnt ihr da lernen, was ihr nicht auch auf einem bereits anerkannten Betrieb lernen könnt.
  2. Klärt mit dem Wunschbetrieb, dass sie auch anerkannter Ausbildungsbetrieb werden wollen.
  3. Kontaktiert die Geschäftsstelle und stellt einen Antrag auf Anerkennung
  4. Gebt parallel dazu eurem Wunschbetrieb das Hofprofil zum Ausfüllen, dieses muss dann ausgefüllt an die Geschäftsstelle geschickt werden
  5. Die Geschäftsstelle und/oder Anerkennungsberatung nimmt Kontakt mit dem Betrieb auf und klärt alles weiter.
  6. Nach dem Gespräch mit dem Hof und evtl einem Betriensbesuch, erfolgt die Anerkennung mit Vorbehalt (die Anerkennung eines Nicht-Demeter-Betriebs gilt zunächst nur für ein Jahr) und wir benachrichtigen euch, ob es klappt